Gegenrede

#2377
Andrea
Teilnehmer

    Gegenrede

    Wäre die Philosophie Religion, gäbe es die oder eine Wahrheit,
    das Wahre, das Richtige, das Endgültige.

    ​ Da widerspreche in energisch!
    Es gibt die „eine Wahrheit“ auch in der Philosophie. Für Plato und Nachfolger gibt es Gute, das Schöne, die Wahrheit.
    Die höchste Idee ist bei Platon die Idee des Guten. Sie ist das Ziel und der Sinn menschlichen Handelns. Das Wesen von allem wird erst durch das Gute erkannt. Es gibt also eine Wahrheit und auch einen ethischen Hintergrund der platonischen Metaphysik. Nicht zu Unrecht hat Nietzsche das Christentum als „Platonismus fürs Volk“ bezeichnet. Gott ersetzt das Gute.
    Aber im Prinzip nimmt sich das nicht viel.

    Im deutschen Idealismus wird zwar nicht mehr nach objektiver Erkenntnis gesucht, sondern die subjektiven Bedingungen der Erkenntnis des Menschen untersucht. Man versucht aber dennoch zu „absolutem Wissen“, Kant, Fichte, Hegel) zu kommen.
    Bei Kant gelten die Inhalte der Erkenntnis nur bezogen auf das erkennende Subjekt, dieses selbst ist nun absolut ist und darum hat auch die (für das absolute Subjekt gültige) Erkenntnis ebenfalls absolute Geltung.

    ​ Bei meinem Denken ist die Antwort nichts endgültiges.
    Die Antwort ist der Versuch einer Schlussfolgerung aus einer
    Frage. Sie kann das Fundament für die Folgefrage sein.

    ​Jetzt natürlich auch hier mal die Gretchenfrage: „Wer fragt“, „Wer antwortet?“ Das Subjekt?

    ​ Nennen wir die Inhalte nicht „Effizienz“ (weil zu ökonomisch –
    stört mich aber nicht) sondern wirksame Antwortsuche.
    Das Werkzeug wird zweckgebunden (ganz im Sinne von Heidegger),
    es wird ohne Umwege seiner Aufgabe zugeführt
    Die falschen Fragen führen zu Geschwätz, zeit- und raumfüllend.
    Keine Norm, Fremdbestimmung entscheidet über die Richtigkeit
    einer Frage, sondern nur das Ziel des Fragenden.

    Die Wirkung der richtigen Frage orientiert sich an zwei Aspekten:
    HIlft sie mir weiter zu fragen oder stellt sie schon die Vorstufe einer
    Antwort dar.

    ​ Es gibt also ein hilfesuchendes Subjekt, dem geholfen werden sollte oder könnte. Das Werkzeug hierzu ist die Frage. Ist das Werkzeug/die Frage „richtig“ hilft sie dem Subjekt (weiter zu fragen oder durch die Vorstufe einer Antwort).
    ​Ist das dann nicht eher Psychotherapie als Philosophie?